Endometriose

Endometriose – Fakten im Überblick

Was ist Endometriose, welche Beschwerden verursacht sie, welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es und wo finden Betroffene Hilfe? Insbesondere Menschen, die sich erstmalig mit der Frauenerkrankung beschäftigen, haben zahlreiche Fragen dieser Art. Auf dieser Seite haben wir daher die wichtigsten Fakten für Sie zusammengefasst.

Was ist Endometriose?

Endometriose ist eine chronisch-gutartige Frauenerkrankung, bei der sich Gewebe ähnlich der Gebärmutterschleimhaut im Bauchraum, im Becken und in den Geschlechtsorganen ansiedelt. In seltenen Fälle andernorts z.B.: Lunge, Zwerchfell und oder außerhalb des Bauchraumes. Sowohl die Größe und die Intensität der Gewebewucherung als auch die Ausbreitungsorte sind von Frau zu Frau unterschiedlich. Die Endometriosezellen können zyklusabhängig bluten und Entzündungen sowie Vernarbungen und Verwachsungen hervorrufen.

Wie entsteht die Erkrankung?

Wie Endometriose genau entsteht, ist bis heute ungeklärt. Klar scheint lediglich, dass das Wachstum des Gewebes (bestehend aus sogenannten Epithel- und Stromazellen) unter dem Einfluss von Hormonen beginnt. Primär sind Östrogene, welchen unter anderem den Zyklus steuern, an diesem Prozess beteiligt.

Wer kann an Endometriose erkranken?

An Endometriose erkranken insbesondere Frauen im fruchtbaren Lebensalter, also im Bereich von der ersten Periode bis zu den Wechseljahren. Betroffen sind laut verschiedenen Schätzungen 2 bis 20 Prozent aller Frauen in diesem Raster. In Deutschland gibt es rund 2 Millionen Erkrankte. Jährlich kommen ca. 40.000 neue Fälle hinzu. Endometriose ist somit eine der am häufigsten auftretenden gutartigen Erkrankungen der Gynäkologie.

Welche Symptome treten bei Endometriose auf?

Nach aktueller Faktenlage gehen wir davon aus, dass etwa 50 Prozent aller Betroffenen keine oder nur gering ausgeprägte Symptome entwickeln. In allen anderen Fällen werden von Erkrankten folgende Symptome beschrieben:

  • Starke, krampfartige, lang andauernde Schmerzen im Unterleib während der Menstruation
  • Zyklische und azyklische Unterbauchschmerzen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Störung der Stuhlentleerung; ggf. Blutung aus dem Darm
  • Erschwertes und/oder schmerzhaftes Ablassen des Harns, ggf. Blutung aus der Blase
  • Unfruchtbarkeit (unerfüllter Kinderwunsch)
  • Erschöpfungszustände und vermehrte Infektanfälligkeit

Wie kann die Endometriose diagnostiziert werden?

Zunächst ist zu erwähnen, dass es durchschnittlich 6 bis 8 Jahre dauert, bis Endometriose überhaupt korrekt diagnostiziert wird. Dies liegt insbesondere an der mangelnden Bekanntheit der Erkrankung, jedoch auch an Defiziten in der ärztlichen Ausbildung.

Der korrekte Diagnoseweg besteht grob skizziert aus folgenden Schritten:

  1. Ausschließen anderer Erkrankungen (Differenzialdiagnosen) durch Gynäkologen mithilfe von Befragung und Untersuchung
  2. Ggf. Durchführung eines sogenannten Pillentests (Einsatz eines Verhütungsmittels zu Diagnosezwecken)
  3. Bei erhärtetem Verdacht: Bauchspiegelung (Laparoskopie) in einem Krankenhaus oder Endometriosezentrum (Liste aller zertifizierten Endometriosezentren)

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Die Endometriosetherapie sollte sich stets nach den individuellen Beschwerden, Wünschen und Zielen der Betroffenen richten. Insgesamt stehen folgende Therapiemethoden zur Verfügung, welche auch kombiniert werden können:

  • Schmerzbehandlung mit Schmerzmitteln
  • Hormonbehandlung
  • Operation mit organerhaltendem Vorgehen (ggf. im Rahmen der endoskopischen Untersuchung)
  • Alternative und komplementäre Methoden

Eine große Rolle bei der Wahl einer Therapie spielt der Kinderwunsch. Ist dieser aktuell nicht vorhanden und ist der Befund eher unauffällig, empfiehlt sich zunächst eine hormonelle Therapie. Bei ausgedehntem Befund und Vorhandensein eines Kinderwunsches gilt die operative Entfernung der Endometriose in Kombination mit einer hormonellen Nachbehandlung als Standard.

Zu den alternativen und ergänzenden Ansätzen zählen unter anderem die Osteopathie, die traditionelle chinesische Medizin und die Homöopathie. Auch physiotherapeutische Maßnahmen zur Korrektur schmerzbedingter Fehlhaltungen sind von Bedeutung. Nicht zuletzt sollte psychologische Unterstützung frühzeitig in Betracht gezogen und integriert werden.

Können Betroffenen nach einer OP erneut an Endometriose erkranken?

Leider ist Endometriose nach heutigem Stand der Forschung nicht heilbar. Auch nach einer Operation tritt die Erkrankung daher regelmäßig erneut auf. Hierbei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle – darunter das Ausmaß vor dem letzten Eingriff und auch die gewählte Therapiemethode. Bei mittelschweren Fällen gehen medizinische Schätzungen derzeit von einem Wiederauftreten innerhalb von 3 bis 5 Jahren bei rund 70 Prozent der Erkrankten aus.

Welche Rolle spielen der Endometriose Dialog e.V. und die Selbsthilfe für Erkrankte?

Im Idealfall sollten Ärztinnen und Ärzte ausführlich über Endometriose und alle zugehörigen Fragestellungen informieren. Oftmals geschieht dies jedoch aus Mangel an Zeit oder Wissen nur sehr unzureichend oder oberflächlich, sodass bei Betroffenen viele Punkte ungeklärt bleiben. An dieser Stelle sind Selbsthilfegruppen eine wichtige und empfehlenswerte Ergänzung.

Auch der Endometriose Dialog e.V. stellt eine Anlaufstelle für Betroffene dar und hält umfangreiches Informationsmaterial bereit. Wenn Sie unsere Aufklärungsarbeit – ganz gleich in welcher Form – in Anspruch nehmen oder unterstützen möchten, nehmen Sie gerne jederzeit Kontakt mit uns auf!


←Zurück zur Startseite